Was in Somsdorf gelungen ist, zieht nun weitere Kreise. Auch in Grumbach, einem Ortsteil von Wilsdruff, haben Bürger und Grundstückseigentümer gehandelt. In einer aktuellen Videobotschaft schildert Philipp Baumgart, wie sich vor Ort Widerstand gegen die Windparkpläne organisiert hat und warum die Aktion ausdrücklich dem Vorbild aus Freital folgt. Baumgart sagt: „Wir sind heute hier am Fuße des schönsten Waldes Sachsens, dem Tharandter Wald. Wir befinden uns zwischen Grumbach und Herzogswalde. Hier soll den Planern nach ein Windpark mit 13 Windrädern entstehen und diesen gilt es zu verhindern.“ Auch in Grumbach geht es längst nicht mehr um abstrakte Planungen auf dem Papier, sondern um einen massiven Eingriff in Landschaft, Lebensumfeld und Heimat.
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Nach Somsdorf nun auch Grumbach: Bürgerinitiative motiviert Eigentümer zum Handeln
Besonders bemerkenswert ist, dass die Bürgerinitiative in Grumbach genau dort angesetzt hat, wo auch die Konservative Mitte in Somsdorf (Artikel: Konservative Mitte organisiert Eigentümer-Nein zu Windrädern in Freital-Somsdorf) und später in Borlas (Artikel: Borlas zieht nach: Einwohner sammeln weitere Unterschriften gegen Windräder) erfolgreich war: bei den Grundstückseigentümern. Philipp Baumgart verweist im Video ausdrücklich auf dieses Vorbild:„Deshalb sind wir als Bürgerinitiative Grumbach angetreten, schon vor dreieinhalb Jahren, und haben jetzt dem Vorbild Somsdorf-Borlas folgend eine Unterschriftenaktion unter den Grundstückseigentümern vorangetrieben.“
Das Ergebnis ist deutlich. Baumgart berichtet: „… was dazu geführt hat, dass in diesen nun bekannten Vorranggebieten über 70 Prozent der Grundstückseigentümer sich ablehnend gegen jeglichen Windradausbau gezeigt haben. Das heißt, über 70 Prozent der Eigentümer sind unterschriftsmäßig dokumentiert gegen diesen Windpark.“ Damit zeigt sich erneut: Wenn Eigentümer zusammenstehen, können sie vor Ort sehr wohl Einfluss nehmen. Genau darin liegt auch die politische Bedeutung der Aktion. Die Konservative Mitte hat in Somsdorf gezeigt, dass einfache, klare und rechtlich saubere Schritte Wirkung entfalten können. Nun wird dieser Weg in Grumbach fortgesetzt.
Nicht nur Eigentümer, auch die Bürger sagen klar Nein
Die Unterschriftenaktion steht nicht isoliert da. Sie wird durch eine repräsentative Bürgerumfrage der Stadt Wilsdruff gestützt. Nach der am 5. Februar 2026 veröffentlichten Auswertung nahmen 1.718 von 2.979 angeschriebenen Bürgerinnen und Bürgern an der Umfrage teil; stadtweit lehnten 73,05 Prozent den Ausbau von Windkraftanlagen im Gebiet der Stadt Wilsdruff ab. Für Grumbach selbst weist die Vorlage 229 Rückmeldungen bei einer Beteiligung von 75 Prozent aus; davon sprachen sich 76 Prozent gegen den Ausbau aus.
Philipp Baumgart fasst diese Stimmung im Video so zusammen: „… was auch unsere Bürgerumfrage aus dem Frühjahr 2026 unterstützt, welche gezeigt hat, als repräsentative Umfrage in allen Wilsdruffer Ortsteilen, dass 73 Prozent der Einwohner gegen die Errichtung jeglicher Windkraftanlagen in und um Grumbach in unseren Vorranggebieten hier sind.“ Es handelt sich nicht um den Widerstand einiger weniger, sondern um ein breit getragenes Meinungsbild. Dennoch wird politisch und wirtschaftlich der Windkraftausbau immer weiter vorangetrieben.
Mehrere Investoren, mehrere Szenarien, aber immer dieselbe Richtung
Hinzu kommt, dass in Grumbach nicht nur ein einzelner Projektierer aktiv ist. Nach Angaben der Bürgerinitiative waren bzw. sind dort inzwischen sieben Investoren unterwegs. Auf der Internetseite der Initiative werden mehrere konkurrierende Ausbauvarianten dokumentiert; die dort veröffentlichte Übersicht zeigt unter anderem Szenarien mit 7, 12 oder 13 Windenergieanlagen durch verschiedene Unternehmen. Für einen frühen Entwurf der SachsenEnergie AG nennt die Bürgerinitiative sogar eine Gesamthöhe von 285 Metern.
Wie gewaltig diese Dimension wäre, zeigt ein von der Initiative veröffentlichter Größenvergleich: Anlagen bis 285 Meter würden selbst den Dresdner Fernsehturm mit 252 Metern überragen. Gerade dadurch wird verständlich, warum das Thema die Menschen vor Ort so stark bewegt. Es geht eben nicht um ein paar kleine Anlagen irgendwo am Horizont, sondern um Bauwerke, die das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägen würden.
Sachargumente gegen den Ausbau gibt es genug
Der Widerstand in Grumbach speist sich aber nicht nur aus dem Wunsch, Heimat und Landschaft zu bewahren. Die Bürgerinitiative verweist auch auf eine Reihe von Sachargumenten, die in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz kommen. So hebt die Initiative auf ihrer Internetseite hervor, dass laut Bundesnetzagentur im Jahr 2024 rund 8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Onshore- und Offshore-Windkraft wegen Netzengpässen und fehlender Speicher nicht genutzt werden konnten. Zugleich seien dafür 554 Millionen Euro Entschädigungsleistungen aus Steuergeldern gezahlt worden.
Auch beim Rohstoffbedarf macht die Bürgerinitiative auf erhebliche Größenordnungen aufmerksam. Auf ihrer Internetseite heißt es, zur Bereitstellung von 1 MW elektrischer Energie mittels Windkraftanlagen würden im Vergleich zu modernen Kohle- und Gaskraftwerken oft deutlich höhere zusätzliche Rohstoffmengen benötigt; allein für das Fundament einer Windkraftanlage seien knapp 1.750 Tonnen mineralische Rohstoffe erforderlich. Damit wird ein Punkt sichtbar, der in der politischen Schönfärberei oft verloren geht: Windkraft ist nicht einfach nur „sauber“, sondern mit massiven Eingriffen, enormem Materialeinsatz und erheblichen Folgekosten verbunden.
Gemeinsam mit der Konservativen Mitte und anderen Bürgerinitiativen
Philipp Baumgart macht im Video auch deutlich, dass Grumbach nicht allein steht. Er sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir das gemeinsam mit der Konservativen Mitte aus Freital gemeinsam bewerkstelligen, zusammen mit vielen anderen Bürgerinitiativen in der Umgebung.“ Genau darin liegt eine wichtige Entwicklung: Der Widerstand gegen überdimensionierte Windkraftprojekte wächst nicht mehr nur punktuell, sondern vernetzt sich. Somsdorf, Borlas und nun Grumbach zeigen, dass Bürgerinitiativen voneinander lernen und erfolgreiche Wege übernehmen können.
Jetzt zählt die persönliche Stellungnahme
Neben der Unterschriftenaktion ruft die Bürgerinitiative aktuell auch zur Beteiligung am Verfahren des Regionalen Planungsverbandes auf. Philipp Baumgart appelliert: „… und würden Sie bei gegebenem Anlass gern dazu aufrufen, jetzt aktuell bis Anfang Juli ihre persönliche Stellungnahme abzugeben, nach Radebeul zu senden zum Regionalen Planungsverband und diesem Windkraftwahnsinn ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben.“
Tatsächlich läuft die öffentliche Beteiligung zum Entwurf des Sachlichen Teilregionalplans Energieversorgung / Windenergienutzung vom 7. Mai bis einschließlich 6. Juli 2026. Stellungnahmen können über das Beteiligungsportal des Freistaates Sachsen eingereicht werden; darauf weist sowohl der Regionale Planungsverband als auch die Grumbacher Bürgerinitiative hin. Zusätzlich finden öffentliche Anhörungsveranstaltungen unter anderem in Meißen, Dippoldiswalde, Dresden und online statt. Gerade jetzt kommt es also darauf an, dass Bürger nicht schweigen, sondern ihre Einwendungen auch tatsächlich geltend machen.
Mehr Informationen auf der Internetseite der Bürgerinitiative
Wer sich vertiefend informieren möchte, findet auf der Internetseite der Bürgerinitiative zahlreiche Unterlagen, Vergleichsgrafiken, Termine und Hintergrundinformationen zum geplanten Windpark Grumbach – von der Investorenübersicht über Größenvergleiche bis hin zu Rohstoffbedarf, Schall, Schattenwurf und Regionalplanung. Grumbach zeigt damit eindrucksvoll: Was in Somsdorf begonnen hat, ist längst zu einer Bewegung geworden. Wenn Eigentümer, Bürgerinitiativen und engagierte Bürger zusammenstehen, dann kann aus berechtigter Sorge konkrete politische Wirkung entstehen
Youtube-Video: Windpark Grumbach: Über 70 Prozent der Eigentümer lehnen Windräder ab
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Liebe Mitstreiter der BI Grumbach,liebe andere BIs im Umland,
vielen herzlichen Dank für eure jahrelange Arbeit für Information und Aufklärung.Ich war vor 2026 nicht unmittelbar von Windrädern betroffen und habe mich ehrlicherweise nicht ausgiebig mit den Nachteilen für Umwelt-,Arten-und Landschaftsschutz auseinandergesetzt bzw.die wirtschaftlichen und energierelevanten Themen dazu nie hinterfragt – galt Windenergie doch in der öffentlichen Wahrnehmung als sauber und harmlos.
Da nun flächendeckend bundesweit WEA in Grössenordnung errichtet werden sollen,habe ich mich auch durch die aufklärenden Gespräche ,Videos und Internetveröffentlichungen v.a.von euch Bürgerinitiativen mit der Materie befasst und bin euch dankbar für eure gemeinnützige unentgeltliche Arbeit.
Wir haben noch viel zu tun; ich werde dabei sein.
Viele natur- und heimatverbundene Grüße,
Silke