Schließung Stadion am Burgwartsberg – die Fakten.

Die Schließung des Stadions am Burgwartsberg zum 30. Juni 2028 ist Bestandteil der Sportstättenplanung der Stadt Freital. Der Spielbetrieb soll mit dem Ende der Saison 2027/2028 eingestellt werden. Anschließend soll das Gelände als Wohnstandort entwickelt werden. Der Stadtrat beschloss am 25. Juni 2026 die einvernehmliche Beendigung des Erbbaurechtsvertrages auf Bitten des Sportclub Freital und die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens „Wohnen am Burgwartsberg“. (Beschlussvorlage zur Schließung des Stadions, Beschlussvorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal)

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Die Sportstättenplanung seit 2020

Am 2. Juli 2020 fasste der Stadtrat mit der Beschlussvorlage B 2020/050 den Grundsatzbeschluss zum Umbau des Stadions des Friedens zum neuen Freitaler Sportzentrum. Der Beschluss sah neben dem Bau eines Funktionsgebäudes und eines neuen Kunstrasen-Großspielfeldes ausdrücklich vor, das Stadion am Burgwartsberg nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Anlagen zu schließen. Das frei werdende Gelände sollte anschließend für die Entwicklung und Vermarktung von Wohnbaugrundstücken genutzt werden. Am 7. Oktober 2021 bestätigte der Stadtrat mit der Beschlussvorlage B 2021/072 das Vorhaben unter geänderten Finanzierungsbedingungen. Die Regelungen zur späteren Schließung und Entwicklung des Stadions am Burgwartsberg blieben unverändert bestehen. Die Schließung sollte einen Beitrag zur Refinanzierung der Investitionen in das Freitaler Sportzentrum/WGF-Arena dienen.

Weiterbetrieb zunächst verlängert

Das Stadion am Burgwartsberg sollte ursprünglich mit der Inbetriebnahme der erweiterten WGF-Arena geschlossen werden. Weil die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes für die spätere Grundstücksnutzung mehr Zeit erforderte, beschloss der Stadtrat im Juni 2025 zunächst den unveränderten Weiterbetrieb als Sportanlage mit der Beschlussvorlage B 2025/025.

Antrag des SC Freital auf Vertragsbeendigung

Der SC Freital beantragte mit Schreiben vom 28. Mai 2026 die einvernehmliche Aufhebung des Erbbaurechtsvertrages zum 30. Juni 2028. Der Verein plant, die Fußballabteilung mit mehr als 500 Mitgliedern künftig auf zwei der bisher drei Sportstätten (WGF-Arena, Johannes-May-Stadion) zu konzentrieren. Der Spielbetrieb am Burgwartsberg soll zum Ende der Saison 2027/2028 eingestellt werden. Darüber entschied der Stadtrat am 25.06.2026 im Rahmen der Beschlussvorlage B 2026/015.

Investitionsbedarf und laufende Probleme

Für einen dauerhaften Weiterbetrieb des Stadions am Burgwartsberg wären erhebliche Investitionen erforderlich:

  • sanierungsbedürftiges Funktionsgebäude,
  • abgenutzter Kunstrasenplatz,
  • Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED-Technik,
  • hohe laufende Betriebskosten bspw. durch die Bewässerung des Rasenplatzes mit Trinkwasser.

Weitere Gründe ergeben sich aufgrund der Lage, wie zunehmende Konflikte mit Anwohnern durch sportbegleitenden Lärm oder die zu geringe Anzahl von Stellplätzen im Umfeld. Diese Faktoren sind sowohl im Antrag des SC Freital als auch in der Beschlussvorlage zur Beendigung des Erbbaurechtsvertrages aufgeführt.

Nutzung der übrigen Sportanlagen

Die Nutzbarkeit der übrigen Sportflächen wurde beziehungsweise soll jedoch erweitert werden. Am Richard-Hofmann-Weg wurde bereits das frühere Tennenfeld zu einem Kunstrasen-Großspielfeld mit LED-Flutlicht zur Kompensation umgebaut. Der Platz kann ganzjährig, in den Abendstunden und für Punktspiele im Jugendbereich genutzt werden.

Auch die Sanierung des Sportplatzes in Birkigt soll dessen Nutzbarkeit erhöhen. Zusätzlich ist ein weiteres Rasengroßspielfeld am Richard-Hofmann-Weg vorgesehen. Die Finanzierung dieses Platzes steht unter dem Vorbehalt von Fördermitteln. Die beantragte Bundesförderung wurde 2026 nicht bewilligt; alternative Finanzierungsmöglichkeiten werden deshalb geprüft.

Der Wegfall der beiden Großspielfelder am Burgwartsberg kann bei der reinen Flächenzahl nicht vollständig ausgeglichen werden, aber neben den bereits erfolgten Verbesserungen bei den Nutzungsbedingungen und einer Steigerung der Auslastung vorhandener Sportstätten sieht die Planung einen weiteren Rasenplatzneubau vor.

Auswirkungen auf den städtischen Haushalt

Durch die Schließung entfallen anteilige Betriebskostenzuschüsse an den SC Freital sowie ein Teil für die Sportstättengrundbetreuung. Die dadurch entfallenden Aufwendungen betragen jährlich rund 125.000 Euro. Sollte das zusätzliche Rasengroßspielfeld am Richard-Hofmann-Weg errichtet werden, entstehen dort wiederum zusätzliche Betriebs- und Betreuungskosten, die aber geringer ausfallen werden. Unter Berücksichtigung beider Effekte geht die Stadtverwaltung insgesamt von einer Verringerung der jährlichen Aufwendungen im städtischen Haushalt aus.

Bebauungsplan „Wohnen am Burgwartsberg“

Für das rund 22.000 Quadratmeter große Areal wurde das Bebauungsplanverfahren „Wohnen am Burgwartsberg“ eingeleitet – der Stadtrat befasste sich am 25.06.2026 mit der Beschlussvorlage B 2026/018. Damit sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser geschaffen werden. Die bisherige Planung sieht außerdem Grün-, Spiel- und Aufenthaltsbereiche vor. Die Erschließung soll über die Oberpesterwitzer Straße erfolgen. Die Freitaler Projektentwicklungsgesellschaft mbH als stadteigenes Unternehmen soll die Planung und Erschließung übernehmen. Die Planungskosten und die Kosten für die Erschließungsanlagen sollen nach der Beschlussvorlage über einen städtebaulichen Vertrag von der Projektentwicklungsgesellschaft getragen werden.

Zusammenfassung

Die spätere Aufgabe des Stadions am Burgwartsberg war bereits Bestandteil des Stadtratsbeschlusses zum Ausbau des Stadions des Friedens vom 2. Juli 2020. Der Beschluss wurde 2021 unter geänderten Finanzierungsbedingungen fortgeführt. Der SC Freital beantragte 2026 die Beendigung des Erbbaurechtsvertrages zum 30. Juni 2028. Der Vereinsbetrieb soll auf die WGF-Arena und das Johannes-May-Stadion konzentriert werden. Nach dem Ende der sportlichen Nutzung soll das Gelände auf Grundlage des Bebauungsplans „Wohnen am Burgwartsberg“ als Wohnstandort entwickelt werden.

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